Value-Chancen in überreagierenden Märkten

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17. Februar 2016

Value-Chancen in überreagierenden Märkten

Wir erwarten keine drastische Verschlechterung des Konjunkturausblicks, aber die Risikoaversion verlangt einen umsichtigen Ansatz. In einigen Bereichen eröffnen sich Value-Chancen.


Moderat positive Rahmenbedingungen, Risiken werfen jedoch Schatten

An den Kapitalmärkten werden moderat positive Rahmenbedingungen von mehreren negativen Faktoren überschattet: Marktturbulenzen, sinkende Rohstoffpreise, Schwäche in den Emerging Markets (EM) und das konfuse Währungsmanagement in China. Alle diese Faktoren schüren die Angst vor geldpolitischen Fehlern und unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen. Es wird zunehmend davon ausgegangen, dass die Zentralbanken an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten werden. So wurden die Erwartungen hinsichtlich der nächsten Zinsschritte durch die Fed am Markt bereits deutlich heruntergeschraubt.

Divergierende Zentralbankpolitik: Fed agiert behutsam

Wir gehen davon aus, dass die Fed ihren Straffungszyklus ganz allmählich und sanft fortsetzen wird. Ein weiterer Rückgang des Ölpreises oder eine exzessive Aufwertung des USD (importierte Disinflation) könnte die Fed, die ohnehin schon die Risiken einer sinkenden Inflation im Auge hat, zu noch mehr Vorsicht veranlassen.

Europas Comeback: Klare Erholung, Inflation lässt noch auf sich warten

Die Daten für die Eurozone bestätigen, dass der Aufschwung im Gang ist und die binnenwirtschaftliche Basis allmählich stärker wird. Die vorläufigen Inflationdaten für Dezember fielen etwas niedriger aus als erwartet: Laut Schnellschätzungen stiegen die Preise nur um 0,2 %. Die Ölpreise tendieren weiter nach unten und endogene Inflationsquellen in Form einer stärkeren Nachfrage und höherer Löhne scheinen in weiter Ferne zu liegen. Die EZB hat zwar im Dezember die Latte für eine weitere Verstärkung der geldpolitischen Unterstützung höher gelegt, aber gleichzeitig signalisiert, dass sie zu weiteren Lockerungsschritten bereit sei.

Kurodanomics in Japan: Maßnahmen für ausgewogeneres Wachstum

Wir erwarten für 2016 nur eine leichte Verbesserung, dafür aber eine ausgewogenere Zusammensetzung des Wachstums mit einem Anstieg der Binnennachfrage. Die Inflation wird wohl weit unter dem Zielwert der Bank of Japan von 2 % im Jahresvergleich bleiben, dürfte aber im Laufe des Jahres leicht ansteigen. Die Lohnentwicklung ist positiv, es wird jedoch eine neue Tarifverhandlungsrunde vonnöten sein, damit sich dieser Trend auch fortsetzt. Wir gehen davon aus, dass die Bank of Japan ihren geldpolitischen Kurs kurzfristig beibehalten wird und handelt, wenn sich der Konjunkturausblick weiter verschlechtern sollte.

China: Eine Frage des Vertrauens

Die Konjunktur enttäuscht in China noch immer, allerdings nicht dramatisch. Die politische Haltung wird klarer: Die Geldpolitik bleibt locker, und auf der Sitzung des Volkskongresses im März wird voraussichtlich ein höheres Haushaltsdefizit bekannt gegeben. Damit dürfte eine weitere Abschwächung in diesem Jahr abgefedert werden. Wir gehen angesichts der bereits eingeleiteten expansiven Maßnahmen weiter davon aus, dass die Entscheidungsträger noch über genug Werkzeuge verfügen, um eine harte Landung zu vermeiden.

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