Portfolios für mehrere Szenarien

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10. Juni 2016

Portfolios für mehrere Szenarien

Wir sehen angesichts eines ohnehin schwierigen makroökonomischen Umfelds und erhöhter politischer Ungewissheit derzeit wenige Chancen für einen nachhaltigen Anstieg von Risikoanlagen, z. B. Aktien. In unseren Augen braucht es robuste Portfolios, die in mehreren Szenarien bestehen können.


Die Finanzmärkte verhalten sich abwartend und weisen derzeit keinen klaren Trend auf. Die letzten Wochen waren geprägt durch eine breite Handelsspanne in fast allen Anlageklassen. Die zuletzt gestiegene Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank (Fed) setzte Risk Assets etwas unter Druck und sorgte für steigende Renditen bei Staatsanleihen. Die Märkte für Unternehmensanleihen erhielten weiter Unterstützung durch eine expansive Geldpolitik, und die Emerging Markets (vor allem das Renten-Segment) profitierten vom schwächeren Dollar, vom graduellen Ansatz der Fed und von höheren Rohstoffpreisen. Wir sehen in der aktuellen Phase nicht viele Impulsgeber für weitere nachhaltige Aufwärtsbewegungen bei Risk Assets.

 

Die politische Unsicherheit mit Blick auf das Ergebnis des Referendums in Großbritannien, die Entwicklungen in Griechenland, die bevorstehenden Wahlen in Spanien und der Aufstieg nationalistischer Kräfte in Europa sind Faktoren, die das Anlegervertrauen belasten. Diese festgefahrene Situation fügt sich in ein mögliches Basisszenario aus geringer Inflation und geringem Wachstum („Low/Low-Szenario“) ein, wie wir es in der letzten Ausgabe beschrieben haben. Aus einer Multi Asset-Perspektive ist es u.E. wichtig zu wissen, ob wir uns im o.g. Szenario bewegen, bei dem sich einzelne Länder bei fortbestehenden Unterschieden auf eine längerfristige Stagnation zubewegen – oder im Gegenteil ein sich wieder verbesserndes strukturelles Wachstum ansteuern, was für Risk Assets vorteilhaft wäre.

 

Derzeit ist die Überschaubarkeit, ob nun der eine oder der andere Weg eingeschlagen wird, gering. Das globale Wirtschaftswachstum ist durchaus solide, aber nicht beeindruckend. Und die Fiskalpolitik, die positive Impulse setzen könnte, wirkt noch zögerlich. Daher glauben wir, dass es noch nicht an der Zeit ist für direktionale Entscheidungen, sondern eher für eine Relative Value-Positionierung. Wir halten es daher für wichtig, sich auf den Aufbau eines robusten Portfolios zu konzentrieren, das für verschiedene Szenarien gewappnet ist. Ein Fokus auf Unternehmensanleihen dürfte im Low/Low-Umfeld vorteilhaft sein. Gold empfiehlt sich als Absicherung für den Fall, dass Negativszenarien eintreten, und das Wachstumsthema lässt sich über Aktien aus den attraktiven Regionen wie u.a. Indien abbilden.

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