Was treibt den US-Dollar?

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24. Januar 2017

Was treibt den US-Dollar?

Für den US-Dollar könnte 2017 das fünfte Bullenjahr in Folge werden. Dafür sprechen sowohl die fiskalpolitischen Pläne der Trump-Administration als auch eine mögliche Straffung der Geldpolitik der Federal Reserve. Die Währungen anderer Industrienationen könnten hingegen im Zuge der geplanten Repatriierung von Steuergewinnen US-amerikanischer Unternehmen unter Druck geraten.


Von Paresh Upadhyaya, Director of Currency Strategy

 

Fiskalpolitik und US-Dollar

 

Wir glauben, dass die Fiskalpolitik einer der stärksten Treiber einer Rally des US-Dollars werden wird. Damit ist sie der Faktor mit dem größten Aufwärtspotenzial für die Währung: Die positive Beziehung zwischen der US-Währung und fiskalpolitischen Maßnahmen belegen bereits frühere Dollar-Bullenmärkte, beispielsweise in den Jahren 1981 bis 1986 sowie 1997 bis 2002. Diesmal beabsichtigt die Trump-Administration, einen ambitionierten Plan umzusetzen, der Infrastrukturausgaben von rund einer Billion Dollar und eine Reduzierung der Unternehmenssteuern von 35% auf 15% vorsieht. Schätzungen des Center for Budget Responsibility gehen davon aus, dass diese Maßnahme auf Sicht von zehn Jahren rund sechs Billionen Dollar kosten könnte, das BIP-Wachstum jedoch zwischen 1,25% und 1,5% im Jahr steigern würde.

Die Erfahrung zeigt, dass sich fiskalpolitische Maßnahmen in vielfacher Hinsicht auswirken: Insbesondere erwarten wir ein überdurchschnittliches US-Wirtschaftswachstum. Dadurch dürften sich auch die Wachstumsunterschiede innerhalb der G10-Länder ausweiten. Unser Makro-Team vertritt die Ansicht, dass ein überdurchschnittliches US-Wachstum über mehrere Quartale anhalten könnte und somit auch die Zentralbank zu einer schnelleren Straffung der Geldpolitik veranlassen könnte.

 

Erklärtes Ziel: Steuern heimholen

 

Zusätzlich wird es offenbar ein Programm zur Repatriierung von Unternehmenssteuern geben. Ein Art Steueramnestie („One-off tax holiday“) soll global operierenden Unternehmen Anreize bieten, die Steuern wieder in den USA zu zahlen. Wir glauben, dies könnte – nimmt man historische Beispiele als Grundlage – rund 30% der 2,5 bis 3 Billionen Dollar an Gewinnen, die US-Unternehmen im Ausland halten, wieder in die Vereinigten Staaten zurückbringen: eine Summe von rund 780 Milliarden Dollar. Mit Blick auf den Anteil der Gewinne in Nicht-Dollar-Währungen – laut Konsensschätzung von Währungsstrategen etwa 20% –, halten wir besonders Gewinne in Euro, kanadischem Dollar, britischem Pfund, Schweizer Franken, mexikanischen Peso sowie Yen für „repatriierungsanfällig“.

Wichtige Informationen

 

Sofern nicht anders angegeben, beruhen die dargestellten Informationen auf Recherchen und Berechnungen von Pioneer Investments per 31.12.2016. Alle hier geäußerten Meinungen sind Meinungen des Autors und nicht notwendigerweise Meinungen von Pioneer Investments; sie können sich ohne Vorankündigung ändern, abhängig von wirtschaftlichen und anderen Rahmenbedingungen.

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Diese Publikation beurteilt das Marktumfeld zu einem bestimmten Zeitpunkt und soll nicht als Prognose künftiger Ereignisse oder als Garantie künftiger Ergebnisse betrachtet werden. Die Leser sollten diese Informationen nicht als Research-Analyse, Anlageberatung oder Empfehlung spezifischer Fonds bzw. Wertpapiere erachten. Die Einschätzungen dienen allein der Veranschaulichung und Aufklärung und sind Änderungen unterworfen. Diese Informationen repräsentieren nicht die tatsächlichen aktuellen, früheren oder künftigen Bestände bzw. Portfolios von Pioneer Investments-Produkten.

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