Europäische Börsen weiter im Aufwärtsmodus

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6. März 2015

Europäische Börsen weiter im Aufwärtsmodus

Nach kurzer Konsolidierungsphase im Januar kehrten die europäischen Börsen frühzeitig wieder in ein aufwärtsgerichtetes Trendmuster zurück. Diverse Bestmarken bzw. Mehrjahreshochs wurden weiter nach oben geschraubt. Nach der 10.000-Linie Mitte Januar übersprang der DAX Mitte Februar die 11.000-Linie und rückte nach der EZB-Sitzung am 5. März zur 11.500-Linie vor. Der Euro STOXX 50 nahm Ende Januar das 2014-Hoch heraus und notierte zuletzt erstmals seit Mitte 2008 wieder oberhalb 3600. Beim STOXX 600 rückt die 400-Linie näher, die der Index nur 2007 und zuvor in 2000 mit seinem Allzeithoch von 408 überspringen konnte. Die Breite der jüngsten Aufwärtsbewegung in Europa bildet sich auch auf der Branchenebene ab. 18 der 19 Kernsektoren im STOXX 600 legten seit Jahresbeginn zweistellig zu. Im unverändert liquiditätsgetriebenen Börsenumfeld sorgte vor allem die Aussicht auf eine nochmals expansiver ausgerichtete EZB-Politik für anhaltende Kursimpulse.

 

EZB gibt Startschuss für „QE"

 

Nach Ankündigung ihres umfangreichen Maßnahmenpakets am 22. Januar lieferte die EZB in der Sitzung am 5. März einzelne Details zum bevorstehenden Einstieg in das „Quantitative Easing" ab 9. März. Mit einem großvolumigen Kaufprogramm und nach vorgegebenem ländergewichteten Verteilungsschlüssel erwirbt die EZB für monatlich EUR 60 Mrd. Wertpapiere - vorwiegend in Staatsanleihen. Einbezogen werden auch die beiden Ende 2014 gestarteten Ankaufprogramme von Kreditverbriefungen sowie von gedeckten Schuldverschreibungen. Für das mindestens bis September 2016 angelegte „QE" leitet sich zunächst ein Gesamtvolumen von EUR 1.140 Mrd. her. Eine Verlängerung des Programms würde die EZB vom Erreichen ihrer Zielsetzung abhängig machen. Neben einer nachhaltigen Konjunkturbelebung strebt sie vor allem eine Korrektur der Preisentwicklung im Euroraum an. Verstärkt vom markanten Rückgang der Rohstoff- und Energiepreise fielen die Teuerungsraten Ende 2014 in den negativen Bereich – während sich die bereinigte Kernrate zuletzt noch bei +0,6% behauptete. Die Zuversicht der EZB hinsichtlich der positiven Rückwirkungen ihrer eingeleiteten bzw. soeben beschlossenen Maßnahmen drückt sich auch in ihren turnusmäßig veröffentlichten Prognosen aus. Demnach erwartet die EZB für den Euroraum in 2015 ein Wirtschaftswachstum von 1,5% (Mittelwert/bisher 1,0%) - und rechnet mit weiterer Belebung in 2016 auf 1,9% (bisher 1,5%). Ihre Besorgnis um potenzielle Deflationsrisiken drückt sich auch in den neuen Inflationsprognosen aus. Gegenüber der vorherigen Prognose von Dezember mit 0,7% erwartet sie für 2015 nur mehr stagnierende Preise. In 2016 soll die Teuerungsrate im Euroraum dann wieder auf 1,5% anziehen. Ihrem übergeordneten Inflationsziel „knapp unter 2%" würde sich die Teuerungsrate demnach in 2017 mit einem Anstieg auf 1,8% annähern.

 

Verbreiterung der Konjunkturerholung unterstützt Gewinnausblick der Unternehmen

 

Mit den erwarteten Differenzierungen haben die vorläufigen BIP-Daten zu Q4/2014 für die Länder im Euroraum per Saldo positiv überrascht. Mit einem Wachstum von jeweils 0,7% zum Vorquartal setzten sich Spanien und Deutschland vorne ab. Die deutsche Wirtschaft legte in 2014 immerhin noch um 1,6% zu. Für die Wirtschaft im Euroraum wurde im Schlussquartal bereits zum 7. Mal in Folge ein sequenzielles BIP-Wachstum ausgewiesen. Auch die für den Unternehmenssektor wichtigen Einkaufsmanager-Daten für die Euroraum-Länder unterstützen das Gesamtbild einer – wenngleich noch verhaltenen - Wirtschaftserholung. Der aus Industrie- und Dienstleistungssektor zusammengeführte Composite-Index verbesserte sich im Euroraum oberhalb der Wachstumsgrenze bei 50 weiter von 52,6 auf 53,3 bzw. ein 7-Monatshoch. Knapp darüber notiert Deutschland mit 4-Monatshoch bei 53,8. Trotz leichtem Rückgang entwickelt sich Spanien mit zuletzt 56,0 weiter dynamisch. Frankreich (52,2) und Italien (51,0) haben sich in der Wachstumszone etabliert. Ein leichter Dämpfer ging vom Ifo-Geschäftsklima aus, das sich im Februar mit viertem Anstieg in Folge nur marginal auf 106,8 (von 106,7) verbesserte. Vor dem Hintergrund anhaltender Belastungen im Ukraine-Konflikt sowie jüngsten Verunsicherungen um Griechenland wurde die aktuelle Lage mit 111,3 (nach 111,7) etwas zurückhaltender eingeschätzt. Gleichwohl zeigten sich die Unternehmen mit weiterem Anstieg ihrer Erwartungen auf ein 7-Monatshoch bei 102,5 (nach 102,0) weiter zuversichtlich zum Ausblick. Mit den generell verbesserten Wirtschaftsindikatoren hellen sich auch die Rahmenbedingungen für die Gewinnperspektiven der Unternehmen auf.

 

Ausblick an den Aktienmärkten weiter konstruktiv

 

Fortbestehende geopolitische Risiken vor allem mit dem schwelenden Russland-Ukraine-Konflikt

bleiben Belastungsfaktoren für Kapitalmärkte und Unternehmen. Bei der jüngsten Verständigung mit Griechenland über eine Verlängerung des Hilfsprogramms bis 30. Juni 2015 unter Beibehaltung des Reformkurses wurde neben einem Zeitgewinn nur eine Übergangslösung gefunden. Eine nachhaltige und belastbare Lösung steht weiterhin aus. Die Rückwirkung auf Stimmungsindikatoren bzw. „harte" Konjunkturdaten wie Auftragseingänge oder Industrieproduktion hat sich zuletzt jedoch abgeschwächt. In einer Gesamtbetrachtung beginnt sich in Europa das wirtschaftliche Umfeld zu stabilisieren – bzw. gewinnt die Konjunktur auf niedriger Basis und mit stärkeren Differenzierungen an Dynamik. Generell sollte sich das fundamentale Umfeld für europäische Aktien im Ausblick weiter verbessern. Von nachhaltigen Einsparungen durch deutlich gedrückte Rohstoff- und Energiepreise gehen zunehmend positive Rückwirkungen für Konjunktur und Gewinne aus. Bei der Umrechnung der im Ausland erzielten Erträge profitieren international operierende europäische Konzerne zunehmend von der mittlerweile deutlichen Abwertung des Euros von knapp $1,40 im Frühjahr 2014 bis in die jüngste Bandbreite bei $1,14-$1,12 bzw. $1,10 nach der EZB-Sitzung. Davon werden die Markterwartungen in eine weitergehende zyklische Erholung der Firmengewinne mit Blick auf 2015/16 unterstützt. Mit schrittweiser Bestätigung der verbesserten Perspektiven für Konjunktur und Unternehmensgewinne sollte sich an den Aktienbörsen auf mittlere Sicht weitere Kursfantasie bzw. Spielraum für eine Bewertungsausdehnung herleiten. Zwischenzeitliche Konsolidierungsphasen bleiben jedoch einzukalkulieren. Schließlich profitieren Unternehmen in der für überschaubare Zeit fortbestehenden historischen Niedrigzinsphase von einer attraktiven Ausschüttungspolitik - bzw. bei verbesserten Gewinnperspektiven von der Fantasie auf künftige Dividendenanhebungen.



Alle Angaben – soweit nicht anders angegeben – Stand 06.03.2015
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