USA: Wachstumsimpulse möglich

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9. November 2016

USA: Wachstumsimpulse möglich

Donald Trump ist nun der 45. Präsident der Vereinigten Staaten und beide Häuser im Kongress sind in republikanischer Hand. Ähnlich wie beim Brexit haben viele offenkundig die Stärke populistischer Bewegungen unterschätzt. Von Kenneth Taubes, Chief Investment Officer, U.S.


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Trump hat vor allem eine breite Schicht der Mittelklasse angesprochen, die in den letzten Jahrzehnten in großer Zahl Jobverluste hinnehmen musste. Sein Erfolg ist allerdings auch der schwachen ökonomischen Erholung seit dem Krisenjahr 2008 geschuldet sowie der Unfähigkeit Washingtons, diese Probleme benennen und lösen zu können.

Wir glauben, dass mit Blick auf die Wirtschaft des Landes, mittel- und langfristig positive Wachstumseffekte aus dem Wahlerfolg Trumps entstehen könnten. Seine Politik der Deregulierung und Steuersenkung hat das Potenzial, das Bruttosozialprodukt der USA stark zu stimulieren. Jedoch könnte die Unsicherheit über die Ausrichtung seiner künftigen Handelspolitik diese positiven Effekte wieder relativieren – aber die Mehrheit der Republikaner im Kongress unterstützt einen freien Handel, so dass Trump in der politischen Praxis auch Kompromisse wird eingehen müssen.

 

Großer Gestaltungsspielraum

 

Die Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat gibt Trump – im Gegensatz zu seinem Vorgänger Obama – einen großen Gestaltungsspielraum. Dies gilt besonders für die Themen, bei denen sich seine Vorhaben mit der Meinung der Republikanischen Partei decken, zum Beispiel Deregulierung, Unternehmenssteuerreform, Einkommensteuersenkung, höhere Infrastrukturausgaben oder auch ein höherer Verteidigungshaushalt. Hier sind ebenso positive Wachstumsimpulse zu erwarten, wie bei Trumps Plänen, Restriktionen im Öl- und Gassektor abzubauen und das Gesundheitssystem „Obamacare“ zu reformieren. Was die Handelspolitik anbelangt, ist momentan unklar, inwieweit Trump seine Pläne zur Kündigung von internationalen Handelsabkommen oder der Einführung von Tarifverträgen umsetzen kann. Die überparteiliche Organisation Committe for a Responsible Federal Budget hat jedenfalls errechnet, dass die Umsetzung aller Wahlkampfankündigungen Trumps einen weiteren Anstieg der öffentlichen Verschuldung von 5,3 Billionen US-Dollar über die nächsten 10 Jahre bedeuten würde.

 

Auswirkungen für Investoren

 

Mit Blick auf die Federal Reserve wird sich der Trump-Sieg nicht sofort auswirken. Auch wenn sich Trump kritisch zur Notenbankchefin Yellen geäußert hat, kann er sie erst im Februar 2018 ersetzen. Wir gehen davon aus, dass es während der Trump-Präsidentschaft zu einem Anstieg der US Treasury-Renditen und der Inflationsängste kommen könnte. Deshalb dürften besonders Treasury inflation-protected securities (TIPS) ein attraktives Investment in der kommenden Legislaturperiode sein – vor allem wenn die Inflation wegen höherer öffentlicher Ausgaben und eines steigenden Schuldenstandes anziehen würde. Aktien hingegen dürften kurzfristig unter erhöhter Volatilität leiden, aber mit einem möglichen Wachstum der US-Wirtschaft langfristig profitieren. Hier sehen wir gemäß der politischen Ausrichtung Trumps vor allem die Sektoren Pharma, Finanzen, Infrastruktur, Verteidigung sowie Kohle und Energie als attraktiv.

Wichtige Informationen

Sofern nicht anders angegeben, beruhen die dargestellten Informationen auf Recherchen und Berechnungen von Pioneer Investments per 09.11.2016.

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