Drei Technologie-Trends treiben strukturelle Veränderung der US-Wirtschaft

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12. Januar 2015

Drei Technologie-Trends treiben strukturelle Veränderung der US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft ist auf dem besten Wege, sich neu zu erfinden. Deshalb ist der in den USA allgegenwärtige Pessimismus im Hinblick auf eine vermeintliche wirtschaftliche Stagnation mit strukturell hoher Arbeitslosigkeit nicht gerechtfertigt. Zu diesem Fazit gelangt ein aktuelles Research-Papier der Fondsgesellschaft Pioneer Investments. Angetrieben durch drei technologische Innovationstrends vollziehe sich in den USA derzeit eine dynamische Entwicklung mit großen Chancen für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand.

 

Trend 1: Die Computerisierung wissensgestützter Arbeit

Vor allem im digitalen Hightech-Land USA wird die Nutzung von Computern in der Arbeitswelt voranschreiten und dabei zunehmend auch auf solche Tätigkeitsfelder übertragen, bei denen auf der Basis von Fachwissen komplexe und kreative Aufgaben gelöst werden. Erhöhte Rechen- und Analysekapazitäten, bessere Übertragungsgeschwindigkeiten, erweiterte Speichermöglichkeiten oder Fortschritte im „Machine Learning“ führen zu neuen Anwendungen, für die bisher noch speziell geschultes Personal nötig war. So werden beispielsweise Anwaltsfirmen in der Lage sein, per Computer die für ihre Arbeit relevanten Schriftsätze und Präzedenzfälle ohne juristisch vorgeschultes Personal zu recherchieren. Auch in anderen Bereichen der Dienstleistungsgesellschaft wird diese Entwicklung Einzug halten und dazu beitragen, dass Effizienz und Produktivität kräftig ansteigen.

 

Trend 2: Fortschreitende Automatisierung der Produktion

Der Kauf des Roboter-Herstellers Boston Dynamic durch Google hat den Einsatz von automatisierten Produktionsverfahren zuletzt erneut in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Abseits dieser Schlagzeilen vollzog sich im Bereich von „Advanced Robotics“ in den vergangenen Jahren ebenfalls eine dynamische Entwicklung. Dank zahlreicher Innovationen sind Industrieroboter heute in der Lage, vielseitige und anspruchsvolle Tätigkeiten nicht nur in der Großindustrie, sondern auch in kleineren Betrieben auszuführen. Dieser Trend zur Automatisierung wird auch deshalb weiter anhalten, weil die Produktionskosten entsprechender Maschinen beständig sinken. Experten gehen davon aus, dass sich in den USA die Anzahl allein von multifunktionalen Industrie-Robotern im Zeitraum von 2011 bis 2016 um fast 50 Prozent erhöhen dürfte.

Beide Trends sollten die Produktivität und damit die Leistungsfähigkeit der US Wirtschaft stärken. Die Sorge, dass dieser Effekt durch einen verstärkten Abbau von Arbeitsplätzen und eine erhöhte Arbeitslosigkeit konterkariert werden könnte, scheint unbegründet. Untersuchungen über einen Zeitraum von sechzig Jahren zeigen, dass auf kurze Sicht kein signifikanter Zusammenhang zwischen Veränderungen in der Industrieproduktion und dem Beschäftigungsniveau besteht. Langfristig betrachtet, führen Fortschritte bei den Produktionsverfahren vielmehr zu höherer Beschäftigung. Der Grund: Innovationen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit und stärken damit letztlich die Wirtschaftskraft eines Landes.

 

Trend 3: Die Energie Revolution

Großes Entwicklungspotential für die US-Wirtschaft ergibt sich aus dem unter dem Namen „Fracking“ bekannten neuen Verfahren zur Schiefergasgewinnung. Dank dieser Innovation sind die Energiekosten heute in keinem anderen Land so niedrig wie in den USA. Dies verschafft dem Land einen gewaltigen Vorteil im internationalen Wettbewerb. Hier ist die bisher dominierende Bedeutung der Lohnkosten inzwischen zugunsten der Energiekosten zurückgegangen. Unter Berücksichtigung der Kriterien Energiekosten, Lohnkosten, Produktivitätszuwachs und Wechselkurse sind die Vereinigten Staaten schon heute der zweitgünstigste Industriestandort weltweit. Dieser Wettbewerbsvorteil wird sich nachhaltig auf das Wachstum auswirken und zu einer Reindustrialisierung der US-Wirtschaft führen. So ist davon auszugehen, dass nicht nur Unternehmen aus anderen Ländern ihre Produktion in die USA verlegen werden. Auch US-Firmen, die ihre Produktion in den vergangenen Jahren ins Ausland ausgelagert haben, dürften in großer Anzahl wieder an den heimischen Standort zurückkehren. Derzeit erwägen etwa 50 Prozent der US-Unternehmen mit Produktionsstätten in China, diese wieder in die USA zurück zu verlagern.

 

Fazit

Die USA befinden sich in einer ökonomischen Transformationsphase, die sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor durch den produktivitätssteigernden Einsatz von computergestützten und automatisierten Werkzeugen gekennzeichnet ist. Gemeinsam mit den deutlich gesunkenen Energiekosten fördert diese Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit und führt langfristig zu mehr Wachstum und Wohlstand in der weltweit größten Volkswirtschaft.



Stand: 12.01.2015. Sämtliche Rechte sind vorbehalten. Alle hier geäußerten Meinungen beruhen auf heutigen Einschätzungen und können sich ohne Vorankündigung ändern. Die in dieser Unterlage dargestellte Anlagemöglichkeit kann je nach Anlagezielen und finanzieller Situation für bestimmte Anleger ungeeignet sein.

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Pioneer Investments ist ein Markenname der Unternehmensgruppe Pioneer Global Asset Management S.p.A.

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